Mehr als ein Konzert

Dieses Konzertprogramm ist nicht einfach eine Aneinanderreihung schöner Stücke, es folgt vielmehr der Struktur der Messe, jener heiligsten Handlung der Kirche in welcher Tag für Tag und Sonntag für Sonntag der Katholik sich als Zeuge des Opfers Jesu auf dem Berge Golgatha wiederfindet.

In der Ostkirche trägt diese Liturgie den Beinamen „die göttliche“, eine Bezeichnung die auch voll und ganz auf die westlichen Riten zutrifft, eine Handlung also, welche nicht vom Menschen gemacht, sondern lediglich von ihm zu seinem Heil vollzogen wird. Dies gilt für die Worte wie für die Gesten und eben auch für die Musik.

Neuzelle am AbendDenn eigentlich sind es die Engel, von deren Zungen im Sprichwort die Rede ist, welche in der unmittelbaren Anschauung Gottes nicht schweigen und schon gar nicht plaudern können, denen somit nur der Gesang bleibt. Weil wir jedoch auf dieser Erde jener Anschauung noch nicht teilhaftig sind, können wir den Gesang der Engel nicht direkt vernehmen. Deshalb schenkt uns Gott durch die Kirche den Gesang in der Liturgie. Schola und Chor sind also keine mehr oder weniger kreative Gruppe in einer hoffentlich lebendigen Gemeinde und singen weder zur eigenen Ehre, noch als Unterhaltung eines Publikums, und auch nicht zur erbaulichen Erholung im irdischen Sinn.

Sakralmusik zum „Chill-Out“ ist eine Prostitution!

Schola und Chor sind vielmehr das, was Verstärker und Lautsprecher bei einer Hifi Anlage sind, damit unsere, für das Himmlische tauben Ohren den Gesang der Engel wahrnehmen, nachdem inspirierte Komponisten denselben in eine für uns faßbare Klangsprache übersetzt haben.

Nach diesen, mir immer aufs neue notwendig erscheinenden allgemeinen Worten noch ein paar konkrete Hinweise zu diesem Konzert.

Blick auf den HochaltarIn der heiligen Messe gibt es zwei große musikalische Linien. Zum einen ist da das sogenannte Ordinarium, welches Texte beinhaltet, die sich in jeder Messe wiederholen, zu bestimmten Anlässen wegfallen können, dann aber nicht durch andere ersetzt werden. Es handelt sich um das Kyrie, das Gloria, das Credo, das Sanctus mit dem Benedictus und das Agnus Dei. Diese Texte sind außerordentlich häufig vertont worden. Die Missa Papae Marcelli von Palestrina ist eine der bekanntesten dieser Kompositionen. Sie war es, die mit ihrer Ausgewogenheit zwischen musikalischer Größe und Textverständlichkeit angeblich die Konzilsväter von Trient überzeugt haben soll, die mehrstimmige Kompositionsweise doch nicht wegen allzu großer Künstlichkeit zu verbieten. In der Tat verkörpert sie die Ideale dieser kirchlichen Erneuerung so vollkommen, daß dies der Legende einen wahren Kern verleiht.

Die zweite musikalische Linie ist das Proprium. Seine Texte wechseln je nach Kirchenjahr, Fest und anderen Anlässen.

Introitus und Communio hören sie als gregorianischen Choral, jener der Kirche kostbaren Singweise, die teilweise schon aus den ersten christlichen Jahrhunderten herrührt und die man trotz eindeutiger Empfehlungen der Päpste nurmehr in sehr wenigen Kirchen regelmäßig hören kann. Wenn Ihnen die Gregorianik gefällt, so haben sie bessere Chancen bei Rossmann oder Schlecker. Momentan begegnen uns auch auf vielen Werbetafeln die Chartbreaker aus Heiligenkreuz.

Detail von der KanzelDie anderen Propriumsgesänge, Graduale und Offertorium stammen von Zeitgenossen Palestrinas, ihm verwand im Geist, jedoch eigenständig als Komponisten.

Das Alleluja, welches dem Graduale normalerweise folgt, wird von der Orgel vertreten, so wie es zu allen Zeiten gelegentlich war, weil auch Sänger mal eine Pause brauchen, jedenfalls mehr als Dirigenten...

Das Salve Regina, wiederum von einem Orgelstück eingeleitet, bildet eine Art fakultative Krönung, einen Abschluß, der so nicht für die Messe vorgeschrieben ist, aber seit alters her gern gepflegt wird. Spürte Maria schon bei der Hochzeit zu Kana, wie nötig die Menschen ihre Fürsprache brauchen, konnte Christus schon dort ihre Bitte nicht abschlagen, wie viel mehr ist sie nach dem unbeschreiblichen Schmerz unter dem Kreuz zu jener hohen Frau geworden, die alle unsere Mühe und Last versteht und vor ihren Sohn trägt. Dadurch können wir erleichtert und bereichert nach der Messe in unseren Alltag gehen. Daß es ein wenig auch nach diesem Konzert so sein möge, wünsche ich uns allen.


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