Zur Aufhebung der Exkommunikation der Weihbischöfe der Priesterbruderschaft St. Pius X.

altIn einem Leserbrief an die Tagespost, den diese in ihrer Ausgabe vom 4. Februar 2010 veröffentlichte, nimmt Propst Dr. Goesche zur Aufhebung der Exkommunikation der Weihbischöfe der Priesterbruderschaft St. Pius X. vor einem Jahr Stellung. Dabei betonte er vor allem zwei Punkte: Zum einen sei das sog. Mediendebakel im Vatikan weniger schädlich gewesen als die mangelnde Solidarität hoher und höchster kirchlicher Würdenträger mit dem Heiligen Vater. Zum anderen habe der Papst erreicht, daß die Piusbruderschaft sich selbst von Bischof Williamson und seinen schädlichen Überzeugungen distanzierte.

 

Ihr Artikel über die Aufhebung der Exkommunikation der Lefebvre-Bischöfe vom 23. Januar 2010 bedarf in wesentlichen Punkten der Ergänzung:

Auch wenn die Handhabung der Medien durch den Vatikan äußerst ungeschickt bzw. in großen Teilen schlicht nicht vorhanden war, versteht man die Reaktion der Medien – speziell in Deutschland – doch nur richtig, wenn man bedenkt, daß die fatalen Äußerungen Bischof Williamsons für viele Journalisten und leider auch für viele hohe und höchste kirchliche Würdenträger ein schon lange ersehnter Anlaß waren über Papst Benedikt XVI. und Kardinal Castrillón Hoyos herzufallen.

Hätte etwa Kardinal Re fragenden Journalisten klargemacht, daß die Aufhebung der Exkommunikation nur für alle vier Bischöfe möglich war und daß es schließlich um die Heilung einer schismatischen Situation ging, bei der andere Maßstäbe gelten als bei gewöhnlichen Bischofsernennungen, wäre der stürmischen Entrüstung etwas Wind aus den Segeln genommen worden. Statt dessen hat er sich beklagt, von seinem Mitbruder Castrillón Hoyos schlecht informiert worden zu sein.

Ginge es tatsächlich nur um ein Mediendebakel, hätten halbwegs wohlwollende Kirchen- und Pressevertreter irgendwann wahrnehmen müssen, daß der Papst mit seinem Gnadenerlaß - gerade auch für Bischof Williamson - eine entscheidende Klärung in der Piusbruderschaft möglich gemacht hat: Führende Mitglieder dieser Bruderschaft wunderten sich nämlich schon seid 1988 darüber, daß Lefebvre den britischen Pater zu einem der vier Bischöfe bestimmte. In den deutschen Häusern der Bruderschaft stellte man in den 90er Jahren, wenn ein Besuch Williamsons anstand, die bange Frage: Was wird er diesmal Anstößiges sagen?

Unter dem massiven Druck weitester Kreise kirchlicher Verantwortungsträger waren die vier Bischöfe und die Bruderschaft aber auf Gedeih und Verderb gezwungen, wasserdicht zusammenzuhalten. Erst die befreiende Güte des Papstes – unterstützt durch die nachgerade geniale Kirchendiplomatie Kardinal Castrillón Hoyos’ – hat den Druck auf die Bruderschaft gemindert. So konnte sie mit dem Problem Williamson selbst fertig werden. Dieser sitzt inzwischen ohne Aufgaben in einer Art innerbruderschaftlichem Hausarrest in London. Selbst sein jüngstes Video beweist nur seine Isolierung.

Wer wirklich effektives Vorgehen gegen Antisemitismus und die Heilung innerkirchlicher Wunden will, muß nach einem Jahr feststellen, daß der Papst trotz Mediendebakel beidem gedient und vieles erreicht hat. Es bleibt der fahle Nachgeschmack, daß Bischöfe und Kardinäle die ungeschickte Handhabung der Affäre Williamson begierig aufgegriffen haben, um die Versöhnung innerhalb der katholischen Kirche im Sinne einer Hermeneutik der Kontinuität nachhaltig zu behindern.

Dr. Gerald Goesche, Propst


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