Fest des Rosenkranzes

Papst Gregor XIII. setzte das Fest 1573 zum Dank für den Sieg über die türkische Flotte bei Lepanto für alle Kirchen mit einem Rosenkranzaltar ein. Klemens XI. dehnte es 1716 nach dem Sieg des Prinzen Eugen bei Peterwardein auf die ganze Kirche aus. Festtag ist der 7. Oktober.

Die kommemorierten heiligen Märtyrer Papst Marcus, Sergius und Bacchus gehören dem späten 2. und frühen 3. Jahrhundert an. Marcellus und Apuleius sollen Schüler des hl. Apostels Petrus gewesen sein.

Lesungen:

Die Gottesmutter überreicht dem Hl. Dominikus den RosenkranzAls die Irrlehre der Albigenser in der Gegend von Toulouse furchtbar um sich griff und von Tag zu Tag immer mehr Wurzeln schlug, da arbeitete der hl. Dominikus, der erst kurz vorher den Predigerorden gestiftet hatte, mit ganzer Kraft an ihrer Vernichtung. Um dies wirksamer tun zu können, flehte er inständig die heilige Jungfrau um ihre Hilfe an. Ihre Würde wurde ja auch durch diese Irrlehren in schamloser Weise angegriffen; ihr ist es auch gegeben, alle Irrtümer auf der ganzen Welt zu vernichten. Von ihr wurde er, so wird berichtet, aufgefordert, dem Volke den Rosenkranz als besonderes Schutzmittel gegen Irrtum und Sünde anzuempfehlen, und mit staunenswertem Eifer und glücklichem Erfolge führte er den ihm gewordenen Auftrag aus. Der Rosenkranz ist eine bestimmte Gebetsweise; da beten wir fünfzehn mal je zehn Ave Maria und dazwischen jedesmal das Gebet des Herrn, und bei den einzelnen Gesetzen betrachten und erwägen wir ebenso viele Geheimnisse unserer Erlösung. Diese fromme Gebetsweise wurde also von da ab vom heiligen Dominikus in staunenswerter Weise verbreitet und gefördert. Die Päpste bezeichneten ihn in ihren apostolischen Schreiben häufig als den Begründer und Urheber dieser Andachtsübung. (4. Lesung)

In der Folge wurden durch diese segensvolle Übung dem christlichen Volke unzählige Wohltaten zuteil. Zu diesen wird mit Recht der Sieg gezählt, den der hl. Papst Pius V. und, von ihm ermutigt, die christlichen Fürsten bei Lepanto über den mächtigen Türkenkönig errangen. Dieser wurde nämlich gerade an dem Tage errungen, an dem die Rosenkranzbruderschaften auf der ganzen Erde ihre gewohnten Bittandachten hielten und die herkömmlichen Gebete verrichteten; darum wird er nicht mit Unrecht diesen Gebeten zugeschrieben. Auch Gregor XIII. bestätigte das und verordnete, daß in allen Kirchen, wo ein Rosenkranzaltar sich befindet, an diesem Tag unter dem Ritus duplex majus das Offizium vom Rosenkranz gebetet werden solle. So sollte der seligen Jungfrau unter dem Titel Königin des Rosenkranzes überall und für ewige Zeiten der Dank für diesen besonderen Gnadenerweis dargebracht werden. Andere Päpste haben den Betern des Rosenkranzes und den Rosenkranzbruderschaften fast unzählige Ablässe bewilligt. (5. Lesung)

Auch der glänzende Sieg, der 1716 der erwählte römische Kaiser Karl VI. in Ungarn über ein gewaltiges Türkenheer errang, erfolgte gerade an dem Tag, an dem das Fest Maria Schnee gefeiert wurde, und so ziemlich zu der gleichen Zeit, da die Mitglieder der Rosenkranzbruderschaften in der Ewigen Stadt unter riesiger Beteiligung des Volkes mit großem Vertrauen eine öffentliche Bittandacht abhielten und dabei heiße Gebete um Niederringung der Türken zu Gott emporsandten und demütig die mächtige Hilfe der jungfräulichen Gottesmutter zum Schutz der Christenheit anriefen. Klemens XI. sah dies und glaubte darum, man müsse diesen Sieg und die bald darauf erfolgte Befreiung der Insel Korfu von der Belagerung durch die Türken dem Schutze der heiligen Jungfrau zuschreiben. Damit nun die Erinnerung an diesen glänzenden Hulderweis und die Dankbarkeit dafür nicht erlösche, dehnte er das Fest des hochheiligen Rosenkranzes unter demselben Range auf die ganze Kirche aus. Benedikt XIII. ließ das alles in das römische Brevier aufnehmen. Leo XIII. ermahnte in den unruhigen Zeiten der Kirchengeschichte unter dem ständigen Drucke schwerer Drangsale und Heimsuchungen in mehreren apostolischen Schreiben alle Gläubigen des Erdkreises eindringlich zum eifrigen Beten des Rosenkranzes, besonders während des Oktobers. Er erhob auch das jährliche Fest zu einem höherem Rang, fügte in die Lauretanische Litanei die Anrufung ein: Königin des heiligen Rosenkranzes, und bewilligte für die ganze Kirche ein eigenes Stundengebet für dieses Fest: So wollen wir denn die heilige Gottesmutter mit dieser ihr so lieben Andachtsübung stets verehren; da sie schon so oft auf das Rosenkranzgebet hin den Gläubigen half, irdische Feinde niederzuringen und zu vernichten, so möge sie uns auch die Kraft geben, die höllischen Feinde zu überwinden. (6. Lesung)

Oration:

Gott, Dein eingeborener. Sohn hat uns durch sein Leben, seinen Tod und seine Auferstehung den Lohn des ewigen Heiles erworben; wir bitten Dich: da wir diese Geheimnisse im hochheiligen Rosenkranz der seligen Jungfrau Maria erwägen, gib, daß wir auch nachahmen, was sie enthalten, und erlangen, was sie verheißen; durch ihn, unsern Herrn.


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