Hl. Laurentius

Der Diakon Laurentius wurde im Jahr 258 für seinen Glauben getötet, er wird in Rom seit der frühesten Zeit in hohen Ehren gehalten. Sein Name wird im römischen Canon genannt, eine der sieben Hauptkirchen Roms ist seinem Gedächtnis geweiht. Sein Feiertag ist der 10. August.

Lesungen:

Als die Wut der heidnischen Gewalthaber gerade gegen die auserwählten Glieder Christi tobte und besonders gegen die, die dem Priesterstande angehörten, sich richtete, da ergrimmte der ruchlose Verfolger auch gegen den Leviten Laurentius. Dieser hatte sich nicht nur durch seinen Dienst bei den heiligen Geheimnissen, sondern auch durch die Verwaltung des Kirchengutes hervorgetan. So versprach er sich also einen doppelten Vorteil von der Festnahme dieses einen Mannes; wenn er ihn zum Verräter am kirchlichen Vermögen machen könnte, würde er ihn zugleich auch zum Verleugner der wahren Religion machen. Darum waffnete sich der geldgierige, der Wahrheit feindselige Mensch mit einer doppelten Fackel, mit der Habgier, um das Geld zu rauben, und mit der Gottlosigkeit, um ihn von Christus loszureißen. Er verlangte von dem makellosen Hüter der Schatzkammer, ihm die Kirchenschätze auszuliefern, nach denen er ganz gierig verlangte. Der heilige Levit zeigte ihm auch, wo er sie hinterlegt hatte; er stellte ihm nämlich die großen Scharen armer Christen vor; in deren Nahrung und Kleidung hatte er das Vermögen ganz unverlierbar angelegt; da war er um so sicherer aufgehoben, je heiliger die Absicht war, in der es ausgeteilt worden. (4. Lesung)

Da knirscht der Räuber vor Wut, da er sich getäuscht sieht, und in seinem Haß gegen die Religion, die eine solche Verwendung des Reichtums veranlaßt hat, schickt er sich an, den noch wertvolleren Schatz ihm zu rauben, nachdem er kein Geld bei ihm gefunden hatte; und so suchte er ihm den Schatz zu nehmen, der ihn vor Gott noch reicher machte. Er befiehlt ihm, Christus zu verleugnen, und beginnt durch grausame Peinigungen dem unerschütterlichen Starkmut des Leviten zuzusetzen. Da die ersten Qualen nichts ausrichten, folgen schmerzvollere. Er läßt seinen wundbedeckten, von Geißeln vielfach zerfleischten Leib über Feuer braten, so daß auf dem eisernen Rost, der infolge des ununterbrochenen Feuers ihn an sich schon brennen konnte, durch Umwenden der Glieder und Veränderung der Lage die Qual nur noch schlimmer, die Strafe noch länger wird. (5. Lesung)

Wilde Grausamkeit, du erreichst nichts und richtest nichts aus! Deinen Qualen wird der menschliche Leib entzogen; Laurentius geht in den Himmel ein; du kannst nichts machen mit deinen Flammen. Die Liebe zu Christus konnte durch Feuer nicht besiegt werden; das Feuer, das außen brannte, war schwächer als das, das in seinem Innern loderte. Du hast den Blutzeugen verfolgt und gegen ihn gewütet; du hast gewütet und seine Palme nur verschönert, da du die Qualen steigertest. Was hat dein Scharfsinn nicht alles ersonnen zur Verherrlichung dieses Helden! Selbst die Mordinstrumente mußten zur Vermehrung seines Triumphes beitragen. Geliebteste! Freuen wollen wir uns also in geistiger Freude und beim glückseligen Ende dieses ruhmvollen Mannes uns rühmen im Herrn, der wunderbar ist in seinen Heiligen! Er hat uns in ihnen einen Schutz und ein Vorbild gegeben. Er hat in der ganzen Welt seine Herrlichkeit leuchten lassen; vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang glänzen und strahlen diese Leuchten des Levitenstandes. So wie Jerusalem durch Stephanus verherrlicht wurde, so ist Rom berühmt geworden durch Laurentius. (6. Lesung)

Oration:

Allmächtiger Gott, wir bitten Dich, gib, daß wir die Flammen unserer Leidenschaften ersticken können, so wie Du dem heiligen Laurentius die Kraft verliehen hast, seine Feuerqualen zu überwinden; durch unsern Herrn.


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