Liturgische Tagung Herzogenrath

Presseerklärung

Priester fordern von der Deutschen Bischofskonferenz bessere Ausbildung

„Für eine authentische Zelebration der katholischen Liturgie im ordentlichen wie im außerordentlichen Ritus ist eine innere wie auch äußere Kenntnis der traditionellen römischen Liturgie unentbehrlich.“

Dies erklärten die aus allen Teilen Deutschlands in Herzogenrath anlässlich der 12. Liturgischen Tagung versammelten Priester.

Die Liturgie sei Gottesgabe und somit Vorgabe für das gottesdienstliches Handeln. Dabei müsse für die römische Kirche auch die traditionelle römische Liturgie immer Handlungsnorm sein und bleiben.

Die Referenten der liturgischen Tagung plädierten daher dafür, die Weisungen des Motu proprio „Summorum pontificum“ vom 07.07.2007 ernst zu nehmen und sie zu einem integralen und selbstverständlichen Teil der Priesterausbildung zu machen.

Dies beinhalte die spirituelle Vertiefung der liturgischen Grundhaltung, aufbauend auf der Tradition des römischen Ritus. Hierbei müssten besonders die Lateinkenntnisse verbessert werden so wie es die kirchenrechtlichen Vorgaben schon lange vorsehen. Versäumnisse existieren auch in der gesanglichen Ausbildung. Auch hier mahnen die in Herzogenrath tagenden Priester eine grundlegende Verbesserung an. Eine weitere zentrale Forderung ist die praktische Ausbildung in der Feier der traditionellen Liturgie."

Ziel der Liturgischen Tagung ist es, der Deutschen Bischofskonferenz Vorschläge für eine Reform in der aktuellen liturgischen Ausbildung der künftigen Priester zu unterbreiten.

Erklärung des Netzwerks katholischer Priester

Herzogenrath, 29. 3. 2009

Die bei einem Priesterkonvent anlässlich der o. a. Veranstaltung versammelten Priester haben einmütig das Motuproprio Papst Benedikt XVI. „Summorum Pontificum“ über die Wiederzulassung der sogenannten tridentinischen Messe begrüßt. Die überwiegend in der Pfarrseelsorge tätigen Geistlichen sind dem Heiligen Vater dankbar, daß er die Ächtung eines Ritus beendet hat, der in seiner Substanz in die Antike zurückreicht. Auch die mit der „Alten Messe“ verbundenen Gläubigen, welche in der Vergangenheit oftmals in ihren Pfarrgemeinden und auch von Priestern beargwöhnt wurden, sind nun in gewisser Weise „rehabilitiert“ worden, zumal das Motu Proprio Wert auf die Feststellung legt, daß der tridentinische Ritus „nie rechtlich abrogiert wurde und insofern im Prinzip immer zugelassen blieb.“ (Brief des Papstes an die Bischöfe vom 07.07. 2007)

Für die Gemeindepfarrer unter uns ist die Wiederzulassung der „Alten Messe“ eine Bereicherung des liturgischen Lebens der Pfarrgemeinden und auch der eigenen priesterlichen Spiritualität. Der Alte Ritus stellt durch die Betonung der Ehrfurcht und Anbetung eine heilsame und notwendige Korrektur mancher Fehlentwicklungen im Bereich der pfarrlichen Liturgie dar – eine Liturgie, die in der Vergangenheit an nicht wenigen Orten von Willkür, Eigenmächtigkeiten und Subjektivismus überschattet worden war. Das Motuproprio ist überdies nach unserer Überzeugung kein „Schritt zurück“. Es ist im Gegenteil ein mutiger „Schritt nach vorne“ und eine angemessene Antwort auf die Krise der Liturgie und der Sakramentenpastoral in den Pfarreien, in welchen der Sinn für die Sakralität weitgehend abhanden gekommen ist. Auch die Spendung der übrigen Sakramente nach der überlieferten Form – wie sie im Motu Proprio ermöglicht wird – sollte in diesem Zusammenhang bedacht werden.

Wir bedauern, daß trotz des mutigen Vorangehens unseres Papstes viele Bischöfe dem Anliegen der Wiederzulassung der Alten Messe weiterhin distanziert bis ablehnend gegenüber stehen. Der restriktive Umgang mit Gläubigen, die gemäß den Bestimmungen des Motu Proprio eine Heilige Messe im überlieferten Ritus wünschen, führt in den Pfarreien zu Irritationen und erschwert den Dienst des Priesters vor Ort. Eine sachliche und unvoreingenommene Bilanz der Auswirkungen des Motu Proprio, wie sie der Papst nach einer Erprobungsphase von drei Jahren fordert, wird durch ein Klima der Verdächtigungen und der Ablehnung schon im Vorfeld unmöglich gemacht. Die Diskussion über liturgische Fragen wird selbst unter Priestern und Theologen durch ideologische Vorentscheidungen erschwert. Inständig bitten wir um eine unverkrampfte Beschäftigung mit der Glaubens- und Gebetspraxis unserer Väter und Mütter im Glauben auf allen Ebenen des kirchlichen Lebens.

Gerade jüngere Priester und Seminaristen stehen dem alten Ritus interessiert und positiv gegenüber. Aber die Tatsache, daß z.B. bisher noch kein Diözesanbischof die alte Messe zelebriert hat, lässt gerade die Jüngeren unter uns zögern, ihre Sympathie für die Alte Messe öffentlich zu bekunden. Dabei wäre gerade ein Studium des Alten Ritus während der Priesterausbildung höchst wünschenswert und von der Sache her gefordert. Wir sind sicher, daß die Hochschätzung der überlieferten Liturgie ein wichtiger Beitrag zur Überwindung der Krise der Berufungen wäre. Denn der tridentinische Ritus stellt die Rolle des Priesters innerhalb der Heiligen Messe in besonders klarer und deutlicher Form heraus und hilft ihm, seine unersetzbare Stellung innerhalb des heiligen Geschehens tiefer zu erkennen.

Als Gemeindepfarrer, die Verantwortung für das Heil der ihnen anvertrauten Seelen haben, bitten wir die Bischöfe und auch unsere Mitbrüder im priesterlichen Dienst, das Anliegen des Papstes mit offenem Herzen aufzunehmen. Wir begrüßen alle Initiativen, die eine vertiefte Beschäftigung mit dem liturgischen Erbe unserer Kirche ermöglichen, getreu den Worten unseres Heiligen Vaters: „Was früheren Generationen heilig war, bleibt auch uns heilig und groß“ (Brief an die Bischöfe vom 07.07. 2007)


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